März 1996 drei eingeborene söhne interpretieren gebenedeites liedgut im geiste heinz conrads / drei kapellmeister dilettieren im besten sinne des wortes schlechthin / drei frühpensionierte vandalen malträtieren gehörig die tauben / drei liebenswerte menschen porträtieren ihre und des lebens müdigkeit / drei rummerln nummerieren ihre bummerln von null bis eins / drei spätberufene pubertieren zum herz ohne verletzen zu wollen / drei einfallslose alkoholiker perpetuieren die peinlichkeit per se / drei reuige hascherln musiciren älteres und neueres in zeitloser manier / drei internationale superstars elektrificiren die heurigen wiens!
März 1999 liebe hörerinnen und hörer! September 1999 Konzert mit mindestens drei Aschantiliedern und circa zwei Welturaufführungen. Die Bühne wird Abends durch ein eigenes elektrisches Beleuchtungssystem herrlich beleuchtet. Das Entree wird dem Aufwand entsprechend so um die 100 Schilling ausmachen. Juni 2001
Das Kollegium Kalksburg interpretiert die Odyssee in nicht ganz neun Bildern, intoniert circa fünf von Ernst Kölz komponierte Zwischenmusiken und bringt ungefähr zwei ausgefuxte Chorstellen mit Tanz und allem Drum & Dran in betont seriöser Manie zur Aufführung.
Herbst 2001 Jubiläumskonzert: »Die Zeit vergeht und wir mit ihr« Das mitfühlende Musizieren des Australischen Quartetts hebt die antipodischen Kalksburger in bisher unerhörte musikalische Höhen; die Untiefen der Wiener Seele bleiben dennoch nicht unausgelotet im Raum stehen. Raum & Zeit, die beiden existenzbestimmenden Konstanten jedes berufstätigen Menschen, verlieren stanta pede ihre ohnehin fragwürdige Bedeutung. Perfektion ist eine Tugend, die erst in der Brechung durch leidenschaftlichen Dilettantismus ihre segensreiche Wirkung voll entfalten kann. Die Ursache einer solchen Wirkung kann Musik in Verbindung mit zum Teil gesungenen Texten sein. Die Wirkungswucht wird anhand der international verbindlichen, zwölfteiligen Gänsehautskala gemessen. Weiters bleibt uns nur noch die Zeit - und Raumsparende MiniCD »Oid und Blad« als erwähnenswertes Teilergebnis der oben erwähnten Zusammenarbeit zu erwähnen.
24. December 2001 (heiliger Abend) Porgy & Bess Athene, heißt es, habe das von ihr erfundene AkorTheon wieder weggeworfen, und auch der Grund, der dafür angegeben wird, lautet nicht übel: Die Göttin habe dies getan, weil ihr die Entstellung des Gesichts durch das Spiel des AkorTheons mißfallen habe.Indessen hätte man wohl noch richtiger sagen können, daß es von ihr geschehen sei, weil der Unterricht im AkorTheonspiel nichts zur Geistesbildung beiträgt, denn die Athene betrachten wir ja als die Göttin der Wissenschaft (epistéme) und der Kunst (tekne). Wir lehnen also jede fachmännische (tekniké) Ausbildung in bezug auf die Instrumente und die Leistungen ab. Wir nennen jene Ausbildung fachmännisch, die auf Konzerte und Aufführungen hinzielt, denn wer hier seine Kunst zeigt, der betreibt sie nicht um seiner eigenen Tugend, sondern um des Vergnügens, noch dazu des grobsinnlichen, anderer willen.
Herbst 2002 bei »Wien im Rosenstolz« Dieser Satz, wie sich rückblickend in deprimierender Klarheit erschreckend deutlich zeigt, schwob in flammenden Lettern, mit glühendem Griffel eingemeisselt in ihr bronzenes Kunstverständnis als ehernes Gesetz jahrelang (in Worten: 6) über den Häuptern der Kalksburger. Aber so wie das vielzitierte, von Publikum wie Kritik gleichermaßen gefürchtete, jedoch infolge von massenhysterischen Masochismen immer wieder um teure, sauer erarbeitete Eintrittsgelder erkaufte »Lachen, das einem(R) im Halse steckenbleibt« erwies sich auch dieser Weg als Sackgasse.
November 2002 Da es in einem richtigen Wienerlied spätestens in der letzten Strophe ans Sterben geht, wird es für ein richtiges WienerLiedTrio wie dem Kollegium auch kein Problem sein, ein paar passende Liedln zum Thema auszugraben und mit Pietät und Dreivierteltakt vorzutragen.
September 2003 Was aber bleibt nach all den Jahren? Das eine oder andere gelungene Gulasch, gekocht im ersten selbstgekauften Kelomat. Die Erinnerung an ein vor einer begeistert pubertierenden Partygemeinde überlegen gewonnenes Palatschinkenwettschupfen, und, eng damit verknüpft: Die Erinnerung an den ersten Kuss! Weiters: Racletteorgien und ein verheerender Fonduebrand. Sexuelle Ausschweifungen. Bunte Bänder und Girlanden. Trinkgelage am stets offenen Grab der Kindheit. Gerda, Drogen, Nichtigkeiten! Scham, Selbstzweifel und angeborene Defekte körperlicher Natur. Ungefähr Acht (8) Primzahlen, und, weit unter anderem: April 2004 Begehrlich nach allen Opiaten der Sinne und des Verstandes werden die drei durch und durch geborenen Feinde der Logik und der geraden Linie ein halbseidenes Tingeltangel mit viel Mut zur Peinlichkeit über die nicht vorhandene und infolgedessen dafür quasi wie geschaffenen Rampe des Weinhauses Sittl zu wuchten sich bemühen; so oder ähnlich!
Mai 2004 Imma des Söwe, Alles von neuem, Alles ewig, Alles verkettet, verfädelt, verliebt, o so liebtet ihr die Welt, - ihr Ewigen, liebt sie ewig und allezeit: und auch zum Weh sprecht ihr: Vergeh, aber komm zurück! Denn alle Lust will - Ewigkeit! Friedrich Nietzsche »Also sprach Zarathustra«
... und der 63er ist ein guter Jahrgang, mit einem ausgeprägten Hang zum Süden und einem hoffentlich kurzen und schmerzlosen Abgang; und alles wird gut, wenn wir nur nicht den Hut draufhaun, sondern ihn – mit zurückgeworfenem Kopf wie ein Pianist – in der einen oder anderen Hand tragen! ... und es is Imma des Söwe: A Höd is a Schiggsoi
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